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tom-schmelzer„Tom Schmelzer’s verlockende Installationen – schreibt Rebekah Drysdale im daily serving critic’s pick - schaffen es im Nu unsere Aufmerksamkeit zu fesseln, was eine immer schwieriger werdende Aufgabe im 21 Jahrhundert ist. Dies gelingt ihm, indem er über die ästhetische Neutralität der bisherigen konzeptionellen Kunst hinausgeht und seine reizvollen Objekte und illusionären Skulpturen mit gut durchdachten konzeptuellen Statements unterfüttert.”
Tatsächlich gelingt es Schmelzer mit seinen im ersten Augenblick leicht zugänglichen und neugierig machenden Installationen den Betrachter in seinem Bann zu ziehen, sowohl aufgrund der besonderen Ästhetik und des Humors, der sich in den Arbeiten wiederspiegelt, als auch anhand des psychologischen Effektes, der geschickt eingesetzt wird, um unterschiedliche emotionale Reaktionen auszulosen. Mithilfe von Elementen, wie Nadeln - teils gekoppelt an beweglichen Mechanismen, wie in der Installation Maybe next time or when the time is ripe evil will rise, teils als statische Gesamtgebilde konzipiert, wie in Depressionism: Extinct – schafft es Schmelzer eine Spannung aufzubauen und sie minutenlang zu halten, bis ein gewisser Gewöhnungseffekt eintritt, die Spannung sich löst, das ungute Gefühl sich legt und der Betrachter beginnt sich mit der Arbeit konzeptionell tiefer und nachhaltiger auseinanderzusetzen.
Einige seiner Thematiken bezieht Schmelzer laut eigener Angaben auf Ideen der ehemaligen Wunderkammern an- hand derer in der Vergangenheit dem Publikum die Welt erklärt wurde. Verschüttete Gedanken werden dabei wied- eraufgenommen, neu gedacht und weitergeführt. Andere Arbeiten wiederum greifen kunsthistorische oder philoso- phische Konzepte auf, wie Homo Bulla or the sacred baboon, eine Arbeit, die auf der Grundlage einer Metapher aus dem Barock aufgebaut ist, die den Menschen oder das Leben des Menschen mit einer Blase / Seifenblase vergleicht und dadurch suggeriert, dass das Leben eines Menschen fragil ist und leicht wie eine Seifenblase zerplatzen/enden kann. Tatsächlich spielen Blasen und Ballons in mehreren Installationen Schmelzers eine wichtige Rolle, so auch in The early bird catches the worm but the second mouse gets the cheese, nicht nur als Symbolik für Fragilität sondern auch als Andeutung auf das Zeitalter der Blasen das wie heutzutage erleben - sei es Internet-, Immobilien- oder Fi- nanzmarktblasen - sowie auf gesellschaftlichen Mechanismen, die sich im Zuge dessen abspielen.Text: Art Claims Impulse


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Ein kurzer Blick auf seine Arbeit kann uns zu der Annahme verleiten, dass Tom Schmelzers Arbeit in verschiedene Gruppen oder Serien fällt, die an sich kohärent sind, aber wenig miteinander zu tun haben. Es scheint schwierig, von einem persönlichen Stil zu sprechen. Bei näherer Betrachtung zeigt sich jedoch, dass es nicht nur wiederkehrende Themen gibt, die Schmelzers Arbeiten zusammenhalten, sondern interessanterweise Verfahren und methodische Instrumente sowie eine Annäherung an die Kunst mit theoretischen Grundlagen im 7. Jahrhundert.


Es besteht ein Spannungsverhältnis zwischen der Aussage von Schmelzer, dass wir seine Werke nicht mögen müssen, und der Tatsache, dass er Werke schafft, die einen außergewöhnlichen ästhetischen Reiz haben. In einem kürzlich durchgeführten Interview bekräftigt er, dass er ein „Konzeptkünstler“ ist und dass seine Arbeiten ganz einfach „einen Punkt machen“ müssen (2). Aber wenn wir sie betrachten, ist klar, dass wir von der ästhetischen Neutralität traditioneller Konzeptkunst (3) auf wunderbare Weise weit entfernt sind. Die Spannung zwischen seinen Aussagen und der Sexualität seiner Kreationen führt nicht zwangsläufig zu einem unlösbaren Widerspruch. Indem wir zeigen, warum dies nicht der Fall ist, werden wir seine Position in der Konzeptkunst klarer machen. Ich glaube, dass seine formale Wahl die Beschäftigung des Künstlers mit einer Frage zeigt, um die sich Konzeptkünstler nicht immer sorgen:
Wie kann Konzeptkunst heute ein Publikum erreichen?

* Klaus Speidel, Konzeptkunst und Moral 2007: Über Kontinuität in Tom Schmelzers Werk.

 

 

SCHOEN-IST-NICHT-DAS-MASS













homo bulla or the sacred baboon
(homo bulla oder der pavian (engl. sacred baboon) installation
- 2009 pavian, teppich, cape, alb, mitra, bischofskette, seifenblasenmaschine

ugf. 500 x 90 x 140 cm








ACI TM homo bulla 2




ACI TM homo bulla 4
 

 

 

 

 

 

 

 

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